Guild Wars: Factions

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Was wäre ein Online Rollenspiel ohne „Endgame Content“. Die Allianzkämpfe und das Erobern von Städten ist das Herzstück von „Factions“. Im Laufe des Spiels haben wir die Möglichkeit uns mit einer von zwei Fraktionen zu verbünden. Die Kurzicks leben im mystischen Echowald und sehen mit ihren geschminkten Gesichtern sehr bizarr aus. Die Luxons waren vor dem Tod von Shiro Tagachi ein Seefahrervolk. Nachdem der Todesschrei von Shiro das ganze Meer in Jade verwandelt hat, wurden sie zu Nomaden. Seitdem haben sie sich an die neuen Verhältnisse angepasst und leben im versteinerten Meer. Um uns mit einer Fraktion zu verbünden, brauchen wir Fraktionspunkte. Diese bekommen wir, indem wir für die jeweilige Fraktion Quests erledigen. Wer keine Lust auf Quests hat, kann auch in den Herausforderungsmissionen seine Punkte sammeln. Für Leute, die nicht ohne PvP-Action auskommen können, gibt es die Kompetetiven Missionen. In „Fort Aspenwood“ beispielsweise müssen die Kurzicks Angriffe der Luxons abwehren, bis sie ihr Ritual durchzogen haben. Der Prozess kann beschleunigt werden, indem die Kurzicks seltene Rohstoffe zur Basis transportieren. Die Luxons im Gegenzug versuchen das Ritual zu unterbrechen. Diese Missionen sind eine willkommene Abwechslung und die Fusionierung von PvE und PvP ist Arenanet bravourös gelungen.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. So könnte man das Allianzsystem beschreiben. Mit Factions ist es möglich, eine Allianz mit anderen Gilden einzugehen. Somit teilen sich die verbündeten Gilden einen eigenen Allianzchat und können untereinander ihre Gildenhallen besuchen. Um eine Stadt zu erobern, müssen die gesammelten Fraktionspunkte der eigenen Fraktion beigesteuert werden. Alle drei Stunden werden die Punkte sämtlicher Allianzen zusammengezählt und miteinander verglichen. Die Allianz mit der höchsten Punktezahl erhält Kontrolle über die Hauptstadt der Kurzicks oder Luxons. Die restlichen Städte und Außenposten werden den anderen Gildenallianzen zugewiesen. Die Allianz, die Kontrolle über die Hauptstadt erlangt, erhält Zugang zu den Elite Missionen. Diese sind vom Schwierigkeitsgrad sehr gehoben und belohnen die Gruppe mit seltenen Gegenstände und haufenweise Gold. Das Allianzsystem weist einige designtechnische Fehler auf. Wiederholbare Quests, die auf beiden Seiten vorzufinden sind, bringen pro Stunde wesentlich mehr Fraktionspunkte als die Herausforderungs- und Kompetetiv-Missionen. Und das, obwohl letzteres wesentlich mehr Können und Koordination erfordert als ersteres. Das System favorisiert Langzeitspieler und Dauerfarmer und ein Grossteil der Community wird vom Highend-Content ausgeschlossen. Arenanet hat zu diesem Problem schon Stellung bezogen und in den folgenden Wochen soll es einige Änderungen an diesem Spielmechanismus geben.
Gilden haben nun auch die Möglichkeit, an Fraktionskämpfen teilzunehmen. Man kann diese von der Gildenhalle aus besuchen, vorausgesetzt man hat sich für eine Fraktion entschieden. In den Fraktionskämpfen geht es darum, wichtige Ressourcenpunkte und Schlüsselpositionen zu erobern und zu verteidigen. Mit einer Gruppe von vier Leuten ist es möglich loszulegen und gegen die gegnerische Fraktion anzutreten. Man wird mit zwei weiteren Teams zusammengewürfelt, sodass 12 Verbündete auf dem Schlachtfeld vorzufinden sind. Leider ist es nicht möglich mit den anderen zwei Gruppen zu kommunizieren, um neue Strategien oder Taktiken abzusprechen. Im Factions Beta Event war die Gruppenbildung wesentlich besser gelöst. Man konnte einfach auf „Enter Battle“ klicken und wurde mit Elf anderen Leuten in eine Party untergebracht.
Die zahlreichen Quests in Cantha sind im Vergleich zur ersten Kampagne eine Verschlimmbesserung. Einerseits ist es lobenswert, dass diese den Spieler mit wesentlich mehr Erfahrung, Gold und manchmal sogar mit Skillpunkten belohnen, andererseits ziehen sich die meisten Aufträge sehr in die Länge und es fehlt an Abwechslung. Meistens geht es darum, irgendwelche Feinde auszuschalten oder einen NPC vor gegnerischen Monstern zu beschützen. Hier wäre etwas mehr Kreativität wünschenswert gewesen. Die hochwertigen Dialoge und kleinen Geschichten, die mit einer Vielzahl von Quests erzählt werden, sind ein Schritt in die richtige Richtung und verdienen ein besonderes Lob. 

Player versus Player
Guild Wars ist für seine spannenden PvP Schlachten und Gildenkämpfe bekannt. Egal ob man Guild Wars Prophecies oder Factionsbesitzer ist. Man hat vollen Zugriff auf den PvP Content. Der PvP Kontinent kann mit Rollenspielcharakter besucht werden oder man erstellt sich einen PvP-Charaktere, der mit Level 20 startet. PvP-Charaktere können den PVE Content nicht betreten.
Mit Factions sind vier neue Gildenhallen hinzugekommen. Es wurden keine neuen Maps für die Zufalls- oder Teamarena konzipiert, obwohl die gegenwärtigen Maps schon über ein Jahr alt sind und die Qualität einiges zu wünschen übrig lässt. Hier würde ein wenig Abwechslung niemand schaden.
In jeder siegreichen Schlacht verdient man Balthazarpunkte. Diese Punkte können verwendet werden, um neue Fertigkeiten frei zu schalten. Verglichen mit dem Rollenspielmodus dauert dieser Vorgang für PvP-Interessenten aber viel zu lange. Anfängern, die schnell ins PvP einsteigen wollen, wird ein virtueller Riegel vorgeschoben. Hier wäre eine schnellere Skill Acquisition ein Schritt in die richtige Richtung. Guild Wars bietet einen Zuschauermodus, mit dem man Topgilden bei den Gildengefechten zuschauen kann. Diese Funktion ist eine willkommene Hilfe für Neueinsteiger und Veteranen, die dadurch einen Einblick in die beliebtesten Strategien und Taktiken bekommen. Arenanet veranstaltet zweimal im Jahr eine Weltmeisterschaft, in der den besten Gilden ein Preisgeld von 100.000 Dollar winken. 

Technische Aspekte
In Bezug auf die Grafik gibt es in Guild Wars nicht viel zu meckern. Die Engine wurde mit dem Release von „Factions“ etwas frisiert und unterstützt nun DX9. Damit wirken die Lichteffekte und Spellanimationen noch schöner und auch die Texturen der Monster sehen detaillierter denn je aus. Das Art- und Designteam hat bei den Städten und vor allem in den Fraktionsgebieten ganze Arbeit geleistet. Die Umgebungsgrafiken in den Kurzick und Luxongebieten kommen einfach nur atemberaubend rüber und es macht immer wieder Spaß, die schönen Gebiete auf ein Neues zu bewundern. Die Innenstadt von Cantha steht im Kontrast zu den restlichen Gebieten. Die Entwickler haben sich entschieden, die Slums aus China realitätsgetreu in ihrem neuen Kapitel zu verwirklichen und das ist ihnen auch gelungen.
Für den Soundtrack ist „Jeremy Soul“ verantwortlich. Im Spiel begleiten uns ruhige und epische-asiatische Töne, womit das Asia- Feeling sehr gut rüber kommt. Die verschiedenen Stücke sind für die jeweiligen Gebiete wie maßgeschneidert und amplifieren die Atmosphäre um ein ganzes Stück. Die Kämpfe kommen dank den gelungenen Waffen und Skillgeräuschen sehr wuchtig rüber und intensivieren das Kampfgeschehen.

Die Steuerung und das bedienen des User Interfaces ist denkbar einfach. Unser Charakter kann wahlweise mit Tastatur oder Maus gesteuert werden. Die Kamera lässt sich mit dem Mausrad bequem verstellen. Das UI ist übersichtlich gehalten, alle wichtigen Untermenüs werden durch Shortcuts aufgerufen. Das User Interface kann mit dem „Customize Button“ nach belieben verändert werden. Das Party suchen für Missionen und Quests ist immer noch relativ schwer. Man muss umständlich im Localchat nach Gleichgesinnten suchen. Das Problem ist nur, dass der Chat meistens mit Handelsangeboten überflutet wird. Hier wäre es wünschenswert gewesen einen Party Mechanismus einzubauen, um die Gruppenbildung zu erleichtern oder ein Auktionshaus einzuführen (zur Eindämmung des Trade-Gespammes).

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