Astronomie für Einsteiger und Fortgeschrittene – Ratgeber

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Seit jeher ist der Mensch fasziniert vom Blick in den Himmel. Schon frühzeitig wollten die Menschen mehr über die Entstehung der Sterne und Planeten wissen. Dabei stellt sich auch stets die Frage, ob Leben auf fremden Planeten existiert. Durch moderne Teleskope, Laserinferometer und Satelliten sammeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer neue Erkenntnisse über Sterne, Planeten, schwarze Löcher und ferne Galaxien. Wer in die Astronomie einsteigen möchte oder einfach nur einen Blick ins Weltall werfen möchte, hat die Qual der Wahl. Denn der Markt hält eine Vielzahl an leistungsstarken und hochwertigen Teleskopen zu einem erschwinglichen Preis bereit. Deshalb möchten wir uns in diesem Artikel dem Einstieg in die Astronomie widmen.
 
Die Astronomie ist eine Wissenschaft für sich. Trotzdem ist der Einstieg leichter als man denkt. Früher war die Astronomie vor allem der Wissenschaft vorbehalten. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Teleskopen und das je nach Bauweise auch noch zu einem erstklassigen Preis-/Leistungsverhältnis. Damit kann jeder, der sich für die Sternbeobachtung interessiert, zum Hobbyastronomen werden. Für die Himmelsbeobachtung reicht bereits ein einfaches Teleskop für unter 100 EUR sowie etwas Erfahrung im Auffinden von Objekten. Insbesondere Einsteiger werden verblüfft sein, wenn sie das erste Mal Mond oder Saturn durch ein Teleskop sehen. Doch der Einstieg gestaltet sich für absolute Neulinge schwierig, da es eine Vielzahl an Modellen gibt und ebenso so viel Zubehör zum Nachrüsten. Zudem hängt die Wahl des Teleskops von den eigenen Präferenzen und Zielen ab.

Der Einstieg mit falschen Erwartungen

Es gibt viele Vereine, Treffen und Online-Communitys, die schnelle und kompetente Hilfestellung anbieten. Doch so manch einer dürfte sich von den vielen Fachwörtern, Abkürzungen und Marktangeboten erschlagen fühlen. Denn nicht jeder Anwender möchte tief in die Astronomie eintauchen und das Thema zum Hobby machen. Dennoch sollte man sich zumindest etwas Grundlagenwissen aneignen und bei der Teleskopauswahl nicht gleich zum erstbesten Exemplar greifen. Ansonsten könnte es passieren, dass Sie als frischgebackener Teleskop-Besitzer voller Vorfreude in das Gerät blicken, aber noch nicht genau wissen, was Sie da überhaupt beobachten oder fotografieren. Noch schlimmer ist es jedoch, wenn Sie mit einer falschen Erwartungshaltung in das Thema einsteigen.
saturn_mars_vs
Saturn und Mars – Links mit direktem Blick durch einen Dobson 12″ und rechts mit Nachführung und Astrokamera.
Die meisten Objekte, und davon gibt es tausende, sehen durch ein Amateurteleskop nicht wirklich spektakulär aus. Vielmehr geht es darum etwas zu entdecken, insbesondere kleine, extrem lichtschwache oder schwer auffindbare Objekte aufzufinden. Deshalb sollte ein Teleskop mehr als nur eine Art Instrument gesehen werden, das je nach Erfahrung die entsprechenden Ergebnisse liefert. Viele Menschen sind nämlich der Meinung, dass es sich hierbei um eine Anschaffung handelt, die ähnlich wie ein Fernseher oder ein Computer gekauft, angeschlossen und verwendet wird. Mit unserem Artikel möchten wir einen Einblick geben und den Einstieg so einfach wie möglich gestalten.
Andromeda
Andromeda Galaxie – Links mit direktem Blick durch einen Dobson 12″ und rechts mit Nachführung und Vollformatkamera.
Plejaden
Plejaden – Links mit Blick durch einen Dobson 12″ (0,8s Belichtungszeit) und rechts mit Nachführung und Vollformatkamera.

Was möchte ich beobachten? 

Es gibt sehr viele unterschiedliche Teleskop-Bauarten für verschiedene Einsatzzwecke. Das perfekte Allround-Teleskop gibt es nicht. Deshalb sollte sich jeder angehende Hobby-Astronom zunächst einmal die Frage stellen, was er beobachten möchte. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass eine reine Beobachtung ein völlig anderes Teleskop-Aufbauprinzip vorsieht als die Astrofotografie. Je nach Ziel stellt sich dann die Frage, ob Planeten, Galaxien oder Nebel beobachtet oder fotografiert werden sollen. Denn für jeden Bereich gibt es Zubehör wie Okulare und Filter.
Dobson vs EQ
Skywatcher Dobson Newton 12″ für visuelle Beobachtungen (links); Skywatcher Newton 8″ auf AZ-EQ6-Montierung für Planeten- und DeepSky-Aufnahmen (rechts)

Was sehe ich durch ein Teleskop?

Wenn die Dunkelheit einbricht und die ersten Lichter am Sternenhimmel funkeln, dann handelt es sich oft um Planeten. Viele von ihnen strahlen heller als Sterne, weil sie vergleichsweise sehr nah an der Erde sind und das Sonnenlicht reflektieren. Die Planeten stehen über das Jahr verteilt aber immer etwas anders, weil sie unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen und so durch die Sternenbilder wandern. Insbesondere der Oktober ist spannend, da Jupiter und Saturn immer näher rücken, gleichzeitig steht der Mars in Opposition und war 2020 der Erde so nah wie schon lange nicht mehr. Neptun und Uranus sind mit einem großen Teleskop für geübte Augen gut sichtbar. Der Morgen gehört dem Planeten Venus.

Neben Planeten, Nebeln und Galaxien gibt es natürlich auch Sterne. Viele Sterne, die wir sehen, sind bereits erloschen. Da diese jedoch sehr weit von der Erde entfernt sind und das Licht mit einer Geschwindigkeit von 299.792.458m/s (Bewegung im Vakuum) kommt, sehen wir eben das Licht von Sternen, die es so vielleicht nicht mehr gibt.

Nehmen wir an, dass der Beobachter den Jupiter durch ein Teleskop sieht. Jupiter ist etwa 620 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Lichtgeschwindigkeit ist eine Konstante und beträgt 299.792.458m/s. Das Licht legt demnach knapp 300.000 Kilometer pro Sekunde zurück. Das Licht vom Jupiter benötigt knapp eine halbe Stunde, bis es die Erde erreicht. Würde beispielsweise ein Ereignis auf dem Jupiter genau jetzt stattfinden, würde der Beobachter auf der Erde durch sein Teleskop dieses Ereignis erst etwa 30 Minuten später zu Gesicht bekommen. Beim Mond benötigt das Licht je nach Lage etwas mehr als eine halbe Sekunde bis zur Erde.

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4 Gedanken zu „Astronomie für Einsteiger und Fortgeschrittene – Ratgeber“

  1. @Alex

    Klar haben wir dazu noch einige Berichte in Planung. Aktuell arbeiten wir an einem Beitrag zum Thema „Astroforografie“ und zu einem Tutorial zum Thema „motorisierter Fokusser“. Zukünftig hoffen wir natürlich auf die Unterstützung mehrerer Unternehmen, so dass wir nach und nach den Bereich weiter ausbauen können.

    Beste Grüße,
    PCPointer.de-Team

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  2. Toller Ratgeber den ihr da zusammengetragen habt.Wünschte es gebe mehr davon im Netz. Zu meiner Zeit musste man sich noch alles zusammensuchen.Sind mehrere Berichte davon in Planung? 😀 😀

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  3. Puh! Das nenne ich einen umfangreichen Artikel.Das muss ich mir mal in Ruhe durchlesen.Auf den ersten Blick sieht das aber klasse aus.Was mir besonders gut gefällt sind dier nicht ganz so übertriebenen Astrobilder.Viele Bilder entsprechen nämlich nicht dem, was die Leute vom Balkon aus mit ihrem 8-10″ Newton aufnehmen.

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  4. Dass ihr mal eure Videospiele mit 3D-Druck ergänzt, war bereits eine Überraschung. Aber das Thema Astronomie mit aufzunehmen, ist, ja mega geil. Ich gehe mal davon aus, dass es vor allem für den 3D-Druck interessant ist, weil sich viele Bauteile drucken lassen.

    Super, weiter so!

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