Dremel DigiLab 3D45 – 3D-Drucker im Test

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Das Filtersystem

Vor dem ersten 3D-Druck sollte eine standfeste Aufstellfläche gewählt werden. Denn der Druckkopf des Direct-Drive-Extruders wiegt deutlich mehr als der eines Bowden Extruders und erzeugt dadurch Schwingungen. Diese Schwingungen entstehen durch die Bewegung der Masse und können zu fehlerhaften 3D-Druckergebnissen führen. Aufgrund der Bauweise mit dünnen Kunststoffwänden erzeugt der Dremel DigiLab 3D45 etwas Lärm und sollte daher nicht unbedingt im Wohnzimmer betrieben werden. Immerhin wurde die Bewegungssteuerung im Vergleich zum Vorgänger 3D40 IdeaBuilder verbessert, wodurch es erträglich ist. Die Vorgängermodelle hatten außerdem den Nachteil, dass die durch den Schmelzvorgang des Filaments verursachten Gerüche nicht nur unangenehm, sondern auch schädlich für die Gesundheit sein können. Der DigiLab 3D45 wurde deshalb mit einem Partikelfilter und einem Aktivkohlefilter ausgestattet. Die meisten 3D-Drucker nutzen das Schmelzschichtverfahren (Fused Deposition Modeling, FDM), bei dem das Kunststoff geschmolzen wird. Bei diesem Prozess werden natürlich auch „signifikante Aerosol-Emissionen“ freigesetzt. Bei der Verarbeitung von PLA-Filament ist das eher unbedenklich, für ABS ist ein Filtersystem jedoch unerlässlich. Dennoch sollten Materialien wie ABS nur in gut belüfteten Räumen verarbeitet werden, da das Gehäuse nicht zu 100% luftdicht verschlossen werden kann und es sich bei dem Partikelfilter und dem Aktivkohlefilter um einfache Ausführungen handelt. Ein Partikelfilter wird nach seiner Effektivität klassifiziert. Je nach Klassifikationsgruppierung werden diese als EPA, HEPA und ULPA bezeichnet und dort eingesetzt, wo nahezu keim- bzw. staubfreie Luft unerläßlich ist. Schwebstoffilter finden auch dort Verwendung, wo gefährliche Partikel oder Schweiß- und Lötrauche aus der Abluft entfernt werden müssen. Deshalb werden Luftdichte 3D-Drucker-Gehäuse mit Partikelfilter mit der Filterklasse H14 und U15 immer gefragter. Leider sind sich die wenigsten Nutzer darüber bewusst, welches potenzielle Gesundheitsrisiko 3D-Drucker für die Atemluft darstellen. Immerhin nehmen wir bereits im Alltag mikroskopisch kleine Plastikteilchen auf, ohne mit ihnen in Berühung zu kommen. Dremel bietet deshalb die Möglichkeit an, den 3D40 und den 3D45 mit Belüftungs- und Dampfabsauganlagen zu verbinden.

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Druckbett und Druckparameter 

Der Dremel DigiLab 3D45 ist im Vergleich zu den beiden Vorgängern mit einer beheizten ABS-Druckplatte ausgestattet, wodurch insbesondere das Warping bei größeren Modellen um ein Vielfaches reduziert wird. Beim FDM-Druckverfahren wird Schicht für Schicht gedruckt, wodurch es infolge von Temperaturunterschieden zu Spannungen kommt. Das Material zieht sich dadurch zusammen und löst sich von der Druckplatte. Eine beheizte Druckplatte minimiert diese Temperaturunterschiede. Zusätzlich kann die Haftung mithilfe von Klebestiften erhöht werden. Jedoch sollten sich Anwender auch stets über das Datenblatt des Filaments darüber informieren, in welchem Bereich die Glassübergangstemperatur liegt. Wird das Durckbett über diese Temperatur hinaus aufgeheizt, kann das unter anderem zu Elefantenfuß und anderen Deformationen führen. Das Druckbett muss grundsätzlich unterhalb der Glasübergangstemperatur betrieben werden und das Filament am Extruder oberhalb seiner Schmelztemperatur. Warping kann außerdem minimiert werden, indem die Druckgeschwindigkeit reduziert wird. Für kleine Objekte reicht auch das Aufbringen von Maler-Krepp oder Haarspray aus, um die Haftung zu erhöhen. Gereinigt sollte die Glasplatte lediglich mit Isopropanol.

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